Vertraue Deiner Intuition!

Das Gehirn ist schon ein wenig wundersam. Man fasst einen Entschluss und ist total euphorisch, dann fängt man an zu zweifeln und sucht nach Alternativen und zögert auch irgendwie wieder … fällt keine Entscheidungen und lässt alles erstmal weiter laufen wie es ist.

So ging es mir ein wenig. Ich hatte den Entschluss gefasst 3 Monate nach Süd-Ost-Asien zu gehen zum Backpacken … dann kamen die Zweifel … Was, wenn ich das Geld danach irgendwie brauche? Kann ich mir das wirklich leisten? Was ist mit der Wohnung, die ist doch so schön günstig, die kann ich doch nicht einfach aufgeben, sowas finde ich danach doch nie wieder. usw. usf.

Es gleicht ein wenig dem “Hype-Zyklus” nach Gartner (Quelle: Wikipedia)

Gartner_Hype_Zyklus

Nach einem Auslöser kommt die Phase der Euphorie, der Erwartungen und Träume. Man ist extrem effizient und energiegeladen. Man setzt so viel wie möglich schnell um. Dann kommen die Zweifel und wenn auch keine Enttäuschungen, dann zumindest Angst und die Realität hält Einzug. Man ist schnell wieder im Hier und Jetzt. Wenn man es jetzt nicht schafft, die Kurve zu kriegen, dann versandet die Idee, wie so viele.

Bei mir war es die Wohnung, die mich träge gemacht hat. Ich dachte “Ach, eigentlich kann ich doch alles so lassen, untervermiete einfach und das passt dann schon”. Ich wurde fauler was das Arbeiten an meinen Zielen anging und ich habe seit Wochen z.B. nichts verkauft oder ausgemistet. Ich hatte vor Allem auch noch keine Flugtickets gebucht. Alles Zeichen des Zweifels. Warum buche ich nicht einfach, wenn ich es doch für wichtig halte und machen will?

Ich fand schon irgendwelche Gründe und habe einfach in einem Wartezustand verharrt.

Nun hatte ich ein Gespräch mit meiner Vermieterin, was ein willkommener Anstoß war, die Dinge wieder in die Hand zu nehmen und Fakten zu schaffen. Plötzlich wurde mir auch der letzte Grund genommen, die Wohnung zu behalten. Meine Vermieterin sagte mir, sie würde es nicht wollen, dass ich untervermiete wenn ich weg bin und zudem würde ab Januar ja auch noch eine Mieterhöhung kommen von satten 190 € pro Monat.

Bisher war die Wohnung extrem günstig. 659 € brutto kalt für 120qm und das in sehr guter Berliner Lage, das findet man nicht so schnell ein zweites mal, speziell nicht beim aktuellen Mietmarkt. Jetzt ist die Situation etwas anders. Ich muss plötzlich mit 850 € rechnen (eigentlich wollten sie noch mehr, aber irgendwo gibt es glücklicher Weise gesetzliche Grenzen) und plötzlich erschien die Wohnung für eine Person nicht mehr so super günstig. Ich müsste also in jedem Fall untervermieten. Ich habe natürlich klar gemacht, dass es meinerseits ein berechtigtes Interesse daran gibt und das Gesetz vorsieht, dass der Vermieter nur bei Unzumutbarkeit eine Untermiete ablehnen darf, aber die Entscheidung steht noch aus und ich weiss nicht, ob sie sich dazu durchringen können.

Intuitiv treffen wir bereits oft die richtige Entscheidung

Statt nun auf meine Vermieterin zu warten habe ich das Ganze durchgerechnet und mit überlegt, dass mein eigentlicher Plan, alles los zu werden und die Wohnung aufzugeben bereits die intuitiv richtige Entscheidung gewesen ist. Er hat so viele Vorteile und ich habe mich ausschließlich von der Vorstellung “Das ist ein einmaliges Angebot, das bekommst Du nie wieder” aus dem Konzept bringen lassen.

Wenn ich die Wohnung aufgebe und dann weg fahre, dann

  • bin ich komplett frei
  • habe ich keine Kosten mehr in Berlin am Bein
  • bin ich viel flexibler was meinen Wohnort nach der Rückkehr angeht
  • habe ich mehr Zeit nach der Rückkehr eine bezahlte Aufgabe zu finden
  • habe ich keinen Stress mit Untermietern o.ä.
  • werde ich endlich meinen ganzen unnützen Krempel los und kann mich auf das Wesentliche konzentrieren
  • kann ich nach der Rückkehr erstmal bei Freunden oder Familie unterkommen, bis ich weiß, wohin es weiter geht

Zusätzlich hat mir diese Entscheidung, die Wohnung aufzugeben, auch dabei geholfen, Fakten zu schaffen und ich habe kurz nach dem Gespräch mein Flugticket gebucht und mich zu dem Weg, den ich von Anfang an gehen wollte, bekannt. Der nächste Schritt, ist die Kündigung einzuwerfen und sich nicht weiter aus dem Konzept bringen zu lassen.

Meine Lehren aus dieser Erfahrung sind eindeutig:

  • Wenn Du etwas tun möchtest, dann höre auf Dein Bauchgefühl und tu es einfach.
  • Denken ist gut und es ist wichtig, Dinge nicht blindlings und uninformiert zu tun, aber übertreibe es nicht und versuche die Balance zwischen Kopf und Gefühl zu halten. Zu oft gewinnt der Kopf solche Entscheidungen und das Gefühl bleibt auf der Strecke.
  • Wir versuchen immer für alle Eventualitäten zu denken und haben gar nicht alle dafür nötigen Daten. Mach Dich davon frei und höre einfach auf Dein Bauchgefühl.
  • Lass Dich nicht von einem einzelnen Argument in Deinem Weg aufhalten
  • Du wirst IMMER etwas finden, was besser oder gleichwertig ist, die Welt dreht sich weiter und Dinge verändern sich andauernd, halte also nicht unnötig an Dingen fest, die dich nur einschränken
  • Es ist immer auch ein Risiko etwas neues zu tun aber oft haben wir Angst vor Dingen, vor denen wir gar keine Angst haben müssen.

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