Die erste Woche auf Bali …

Zugegeben, ich war ziemlich faul die letzten 2 Wochen. Nicht unbedingt was meine Reise angeht aber definitiv was diesen Blog betrifft. Es lag auch nicht so sehr daran, dass ich keine Zeit hätte finden können, aber ich fand es dann doch wichtiger, einfach erst ein mal ein paar Dinge zu erleben bevor ich anfange darüber zu schreiben.

Meine erste Herausforderung habe ich in den letzten Tagen bereits gemeistert und habe den PADI Open Water Diver Kurs erfolgreich absolviert und 4 atemberaubende Tauchgänge auf der Insel Nusa Penida absolviert. Das folgt aber erst im nächsten Beitrag, fangen wir doch lieber vorne an:

Tag 0 – Auszug (01.02.2016)
2016-01-31 19.47.57Der erste Tag an dem ich mich “völlig frei” nennen kann. Der Arbeitsvertrag ist ausgelaufen, das letzte Gehalt bereits auf meinem Konto. Die Wohnung ist zu diesem Tag gekündigt. Ich habe mich aufgrund der Meldepflicht und meiner jetzt anstehenden Selbstständigkeit mit AEROWORX wieder bei meinem Vater angemeldet und habe mit Lenas Hilfe gemeinsam meine Wohnung komplett leer gemacht und die 2016-02-01 11.52.06verbleibenden Kisten sowohl zu meinem Vater als auch zu meiner Mutter verfrachtet. An dieser Stelle möchte ich Lena noch ein mal ganz herzlich danken. Ohne sie wäre das ganze Unterfangen eine ziemliche Tortur gewesen. Es sind schließlich doch noch einige Kisten zusammen gekommen (16 Kisten um genau zu sein + 19 Kisten mit Unterlagen aus meiner Selbstständigkeit, die ich leider 10 Jahre aufheben muss). Dazu kommt noch ein Monitor, ein Drucker, ein paar Taschen und 2 Matratzen, die ich später vielleicht noch mal brauchen kann wenn ich wieder eine eigene Wohnung beziehe 😉

An dieser Stelle möchte ich mich auch gerne noch bei meinen Eltern bedanken, die mich in meinen Plänen die komplette Zeit unterstützt haben und mir Raum zum Abstellen meiner Sachen geben.

Tag 1 – Abflug nach Denpasar (02.02.2016)

2016-02-02 14.40.36Der Tag fängt entspannt an. Ich habe bei meiner Mutter übernachtet und wir frühstücken noch entspannt. Gegen 13 Uhr fahren wir los zum Flughafen Tegel. Mein Flug mit Qatar geht um 15:25 und wir sind ausreichend früh da. Der Abschied von Lena fällt mir am schwersten, schließlich haben wir die letzten Wochen sehr viel Zeit miteinander verbracht und es ist ein komisches Gefühl jetzt schon wieder los zu lassen und sich 1,5 Monate nicht zu sehen. Aber es hätte auch schlimmer kommen können und es hätten 3 Monate sein können. Glücklicher Weise hat Sie sich spontan dazu entschieden, mich in Thailand zu besuchen. Dort werden wir dann 3 Wochen gemeinsam verbringen und viele spannende Abenteuer erleben.

Der Flug bis nach Doha ist soweit entspannt. Ich schaue 1-2 Filme und die Zeit geht schnell vorbei. Es sind auch nur ca. 5:30 Stunden Flugzeit und alles läuft wie geplant. Der Flug von Doha nach Denpasar allerdings zieht sich gefühlt ganz schön in die Länge mit deutlich über 8 Stunden Flugzeit. Ich kann im Flugzeug nicht gut schlafen, auch wenn ich müde bin. Naja, hab’s trotzdem überlebt und bin heil in Denpasar angekommen.

Begrüßt wird man da sofort von gefühlten 100 Taxiunternehmern, die einen unbedingt in ihr Taxi oder einfach nur ihr Auto ziehen wollen. Natürlich beachte ich nicht die hinweise und weiss auch die “richtigen” Taxis nicht von den Abzockern zu unterscheiden. Also fahre ich für schlappe 250.000 IDR (ca. 16 € anstatt 5-6 €) von Denpasar nach Kuta, wo ich für die ersten 2 Nächte ein Hotelzimmer gebucht habe. Das Hotel ist schön und die Klimaanlage hilft doch deutlich beim Schlafen.

Tag 2/3 – Kuta (03.02. – 05.02.)
2016-02-04 12.22.16 HDR Kuta ist vermutlich der unattraktivste Fleck von Bali den man sich vorstellen kann. Es ist touristisch sehr überlaufen und man wird speziell in “Legian” alle 100m angequatscht ob man nicht ein Taxi braucht oder irgendetwas kaufen will. Abends wird man dann noch gefragt ob man nicht “GirlsGirls” möchte. Ich lehne dankend ab 😉

Da ich zu Hause keine wirklich guten kurzen Hosen hatte, entscheide ich mich dazu, mir hier welche zu besorgen. Dazu das ein oder andere Shirt und Flipflops (bei denen ich mich noch mal richtig abzocken lasse). Mit Jeans kann man hier echt nicht rumlaufen 😉

Man muss sich erst an das Verhandeln gewöhnen, allerdings ist es viel schwerer ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Preise wohl angemessen für etwas sind. 2016-02-04 17.05.52Da ist alles Verhandlungssache und ich lasse mich garantiert ein paar mal in den ersten Tagen über’s Ohr hauen.

Dann aber endlich ab zum Strand. Den ersten Sonnenbrand fange ich mir hier bereits nach ganz kurzer Zeit vom rumlaufen ein und habe ein paar Tage meinen Spaß damit.

2016-02-04 14.55.17Meine erste Surflektion erhalte ich von Jhon, den ich am Strand von Kuta treffe. Er ist um die 20 und ein netter Typ. Er bringt mich mit etwas erklären und etwas “Schwung geben” auch bereits auf die ersten Wellen und das Stehen auf dem Board funktioniert bereits ganz gut. Ich beschließe es danach noch eine Stunde auf eigene Faust zu versuchen, aber die Kunst ist wohl, schnell genug zu paddeln und den richtigen Moment abzupassen. Paddeln ist nicht gerade das worin ich besonders geübt bin. Dafür gibt es einige Schürfwunden vom Aufsteigen, so dass ich mir noch einen “Rashguard” zulege.

Abends treffen wir uns noch auf ein paar Bintang Biere im Surfers Club und siedeln dann später um in den “Engine Room”, der zwar von der Größenordnung cool ist aber es sind viel zu wenig Leute da. Der Vodka-Redbull (oder was auch immer die da als Ersatz rein kippen) wird offenbar so stark mit Wasser gestreckt, dass ich genauso gut auch Wasser hätte trinken können. Wir treffen ein paar Engländerinnen vom Strand wieder und unterhalten uns eine ganze Weile. Am meisten überrascht bin ich allerdings über die sehr direkte Art der hier lebenden Jungs, Frauen (speziell Touristinnen) anzugraben. Da wird nicht lange gefackelt sondern einfach mal gestreichelt, geküsst usw. Was ich aber noch viel erstaunlicher finde ist, dass diese Masche bei einigen Touristinnen zu funktionieren scheint.

Tag 4/5 – Bingin Beach (05.02. – 07.02.)

2016-02-06 16.17.45Nach 2 Nächten in Kuta habe ich definitiv genug davon. Zu viel Hektik, zu viele Touristen, zu viele aufdringliche Händler. Ich entscheide mich deshalb mit dem Taxi nach Padang Padang, genauer gesagt an den Bingin Beach zu
fahren. Ich habe ein vielversprechendes Airbnb gebucht für 2 Nächte mit tollem Ausblick und für 200.000 IDR komme ich mit dem Blue bird Taxi direkt bis zum Bingin Beach. Der Ausblick des Airbnb ist atemberaubend. Man schaut direkt auf den Strand und es kommt zum ersten Mal Ruhe und Surfer-feeling auf. Die Haushälterin ist sehr nett und meine Nachbarn sind ein portugiesischer Surfer und ein 2016-02-05 13.33.18englisches Pärchen, das mit Gitarre und Gesang überzeugen kann.

Der Raum allerdings ist sehr klein und nicht sonderlich komfortabel. Für 29 €/Nacht ist es im Verhältnis zu anderen Homestays relativ teuer. Es gibt nicht viel im Zimmer. Lediglich ein Bett, einen kleinen Ablagetisch und einen kleinen Ventilator, der nicht wirklich hilfreich ist die Hitze in der Nacht zu vertreiben. Dementsprechend schlafe ich hier nur recht wenig. Es ist schon sehr “basic”, was prinzipiell okay wäre, wenn der Preis entsprechend ebenso “basic” wäre, was er leider nicht ist.

2016-02-07 10.08.46Dazu kommt ein “Feature”, das ich eher als Bug wahrgenommen habe, nämlich das “balinesische Bad” ohne Dach, dafür mit Blick auf den Strand. Privatsphäre ist hier derzeit eher exklusive und bei starkem Regen bekommt man auf dem Klo direkt eine kostenlose Dusche dazu. Ob das Absicht so ist und so bleibt weiss ich allerdings nicht. Es ist auf jeden Fall eine neue Erfahrung, aber es geht sicher noch deutlich schlimmer. 😉

Am Strand finden sich dafür schnell nette Menschen mit denen man Abends zusammen sitzen und ein paar interessante Gespräche führen kann. Es sind einige Nationen vertreten, darunter Amerikaner, Kanadierinnen, Iren, Deutsche und Brasilianer. Der Strand ist schön, wenn auch ein wenig felsig. Eigentlich ist hier ein Surferparadies aber an den 2 Tagen an denen ich da bin ist leider wellenmäßig nur wenig los.

Ich miete mir das erste Mal auf meinem Trip einen Roller, um ein wenig die Halbinsel südlich von Padang Padang zu erkunden und ein paar Dinge einzukaufen. Die Vermieterinnen schauen ein wenig komisch als ich ihn das erste Mal ausprobiere, da ich Rollerfahren bisher nicht gewohnt bin und erst mal ziemlich am rumeiern bin. Auch an den Linksverkehr muss man sich erst gewöhnen, aber das geht schnell. Ich bin nur ein mal auf der “falschen Seite” gefahren und das auch nur ganz kurz 😉

Ich 2016-02-06 00.56.18genieße die Ruhe hier im Gegensatz zu Kuta und entscheide mich, noch mal ein Surfboard zu mieten und es auf eigene Faust zu versuchen. Leider nur mit mäßigem Erfolg.

Ich verbringe danach einen lustigen Abend am Strand mit Shelby, Monika und ein paar Anderen, esse unheimlich guten und günstigen Red Snapper direkt am Strand (180.000 IDR, ca. 13 € für 800g Snapper, 100g Prawns, Reis, Gemüse und Cola) und lerne unter Anderem durch Zufall auch die Kanadierinnen Alexandra und Julia kennen, die sich auf “meiner” Veranda verirrt haben. 2016-02-05 21.14.34Dazu gesellt sich später in der Strandbar Ruth, die allerdings bereits 1 Tag später zurück reist und Alexandra bereits kennt.

Menschen kennen zu lernen ist hier einfach. Man setzt sich einfach dazu, trägt etwas zu einem Gespräch bei, das man zufällig mithört in der Strandbar oder spricht einfach jemanden an. Man bekommt hier von allen Seiten Tips, wo diejenigen bereits gewesen sind und was gut und was nicht so gut war.

 

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Am Abend fahren wir noch in einer kleinen Gruppe nach Uluwathu um uns dort den Tempel und den Sonnenuntergang anzuschauen. Allerdings muss man hier sehr genau auf seine Sachen aufpassen. Die dort lebenden Affen sind sehr frech und einem Mann wurde die Brille direkt von der Nase geklaut und dann zerbissen. Der Blick allerdings ist atemberaubend!

Ich habe aufgrund meiner Erfahrung in Kuta zunächst nur 2 Nächte gebucht und im Nachhinein betrachtet war das eine gute Entscheidung. Der kleine Strand ist zwar schön und idyllisch aber irgendwie langweile ich mich doch schnell ein wenig und ich finde das Airbnb auch einfach überteuert im Vergleich zu den anderen Homestays am selben Strand.

Ich möchte weiter ziehen. Alexandra, die sich auf meiner Veranda verirrt hatte, möchte nach Ubud fahren und kennt dort eine günstige Unterkunft, also fahren wir am folgenden Tag zusammen um uns die Taxikosten von immerhin 400.000 IDR zu teilen.

Tag 6/7 – Ubud (07.02. – 09.02.)

2016-02-08 16.10.33Als ich in Ubud ankomme, bin ich zugegeben ein wenig enttäuscht. Ich hatte zwar keine konkrete Vorstellung aber teilweise kommen Erinnerungen an Kuta in mir hoch, als ich die Hauptstraße sehe, auf der ebenfalls rechts und links hauptsächlich Läden sind, die alle irgendwie die selben Klamotten verkaufen. Allerdings sind die Verkäufer bei weitem nicht so aufdringlich wie in Kuta, was es deutlich angenehmer macht. Auch die Läden sind bei genauerem Hinsehen ein wenig abwechslungsreicher.

Ich schaue mir den Yoga-barn an, der wirklich schön gemacht ist, und hoffe auch hier ein wenig Anschluss zu finden. Allerdings sind hier doch alle sehr mit sich selbst beschäftigt. Es kommt zwar zu ein paar Gesprächen und auch Tips aber nicht etwa zu intensiveren Begegnungen, bei denen man etwas zusammen unternimmt. Irgendwie war ich dann doch zu geizig um eine Yoga-Stunde zu nehmen oder an einer Meditation teilzunehmen. Es hat mich irgendwie dann doch nicht so sehr angesprochen wie ich zuerst dachte. Was allerdings auffällig gut ist, ist das Essen. Es ist lecker und nicht sonderlich teuer. Es wird auf ökologischen Anbau und regionale Lebensmittel geachtet.

2016-02-08 05.08.05Der Monkey Forest ist SEHR touristisch und überall laufen Chinesen rum, die scheinbar rund um’s chinesische Neujahr alle Urlaub bekommen haben. Leider regnet es am kommenden Tag ziemlich stark, so dass ich mir keinen Roller leihe um z.B. zu den Reisterrassen zu fahren. Ich denke das hole ich später noch ein mal nach.

Stattdessen lerne ich im “KAFE” den in Taiwan lebenden Erik und seine Freundin kennen und wir unterhalten uns über alles mögliche. Auch ein paar gute Tips sind dabei. z.B. dass die Insel Nusa Lembongan sehr schön zum Tauchen sein soll und dass der Weg dahin nicht so weit ist über Sanur. Eigentlich hatte ich überlegt auf den Mt. Batur zu gehen um dort das Panorama zu bewundern aber ich merke, wie es mich wieder an’s Meer zieht. Ich beschließe daher kurzerhand, dass ich nicht nach Norden sondern nach Osten weiter reise und reserviere mir spontan ein Busticket nach Sanur.

Mehr dazu, und zu meinem Tauchschein gibt es im nächsten Beitrag über die zweite Woche Bali und Umgebung 😉

 

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