Von Sanur nach Nusa Lembongan

Die letzten etwas mehr als 2 Wochen waren einfach geil und haben mir eine tolle neue Welt unter Wasser eröffnet!

Tag 8 – Sanur (09.02)

2016-02-10 09.41.43Nachdem ich mit dem Bus von Ubud nach Sanur gefahren bin, habe ich das erste mal versucht, ohne Booking.com eine Unterkunft zu Fuß zu finden. Das gestaltete sich auch einigermaßen einfach, wenn auch ein wenig anstrengend und verschwitzt. Dank eines Tips auf der Straße bin ich dann ein einem Hostel für nur 100.000 IDR für ein Bett (3 Personen im Zimmer) in der Nähe des Strandes in Sanur gelandet. Alles nur eine kleine abenteuerliche Fahrt mit 2 Rucksäcken hinten auf dem Roller eines Einheimischen vom Ankunftspunkt entfernt. 😉

Einziger Wehmutstropfen der ansonsten sehr einfachen aber schön gestalteten Unterkunft war, dass es keinerlei Schließfächer gab und alles irgendwie sperrangelweit offen stand. Auch der Raum ließ sich nicht abschließen. Also tat ich mein Bestes, mein Gepäck so zu sichern und meine Unterlagen so zu verteilen, dass es irgendwie überlebbar wäre, wenn mir etwas geklaut würde. Glücklicher weise ist dies nicht passiert, aber scheinbar wurde einem anderen Mitbewohner des Hostels der Rucksack am gleichen Tag oder Vorabend geklaut, was in mir ein flaues Gefühl auslöste. Auch eine Frau fuhr weinend die Straße herunter und berichtete, dass ihr2016-02-10 09.56.37 entweder der Rucksack geklaut wurde oder sie überfallen wurde, genau habe ich es beim Vorbeigehen leider nicht verstanden. Sie war jedenfalls sichtlich aufgelöst. Ich bin aufgrund dieser Erfahrung wieder etwas vorsichtiger geworden, was Gemeinschaftsunterkünfte angeht und buche vorerst nur Zimmer, die ich komplett für mich habe und abschließen kann. Davon abgesehen, dass ich dieses bisschen Privatsphäre doch sehr schätze.

Den Tag habe ich am Strand verbracht und habe mich mit Lucia getroffen, die ich über die App “Happn” kennen gelernt habe. Die App zeigt einem Menschen, denen man begegnet ist und scheinbar waren wir uns in Ubud mal über den Weg gelaufen bevor sie nach Sanur zum Surfen gefahren ist. Als ich dann auch in Sanur angekommen war, IMG_2135haben wir uns spontan verabredet und haben uns zwei Kanus gemietet, um ein wenig die Bucht zu erkunden. Eigentlich wären wir gerne zur nächsten Halbinsel gefahren aber dafür war es leider schon zu spät und außerdem kündigte sich bereits ein Gewitter an. Wir sind also noch in ein Restaurant gegangen und haben viel über Startups, Arbeiten und Reisen und Reisen im Allgemeinen geredet. Am Ende stellten wir fest, dass wir zufällig auch das selbe Hostel gebucht hatten, was irgendwie sehr lustig war.

 

Tag 9/10 – Nusa Lembongan (10.02. – 11.02.)

IMG_2147Am nächsten Tag bin ich dann mit dem Boot von Sanur aus auf die kleine Insel “Nusa Lembongan” gefahren und habe mich dort in meinem sehr schönen kleinen Homestay eingerichtet. Danach ging es direkt zum “Lembongan Dive Center” um mich für meinen Open Water Diver Kurs anzumelden, den ich in jedem Fall machen wollte.

Ich wurde sehr nett empfangen und mir wurde mitgeteilt, dass es 2 Tage später mit der Praxis losgehen könnte und ich dann noch einen “Divebuddy” bekommen würde, der einen Tag nach mir anreist und auch noch die Theorie machen muss. Ich bekam die Theorieunterlagen mit und konnte mich schon mal ein wenig mit der Materie beschäftigen. Zunächst klingt das alles wie böhmische Dörfer. BCD, SMB, etc. Aber man kommt schnell rein in die Materie. IMG_2148Dadurch, dass ich diesmal ein wenig mehr Zeit an einem Ort verbrachte, habe ich das Homestay für 5 Tage gebucht und hatte so endlich mal genug Zeit, mich irgendwo ein wenig einzuleben. Ich mietete einen Roller für die komplette Zeit, so dass ich mobil war und die komplette Insel erkunden konnte. Am Ende habe ich sogar einen Tag verlängert.

Nusa Lembongan ist wunderschön. Die Insel liegt etwas östlich von Bali und ist inzwischen tousistisch auch schon etwas erschlossen allerdings noch in einer eher angenehmen Art. Auf der gesamten Insel gibt es genau EINEN Bankautomaten, der regelmäßig kein Geld mehr hat. Man muss also Glück haben und dann am besten gleich 2.5mio. abheben um genug Geld für die Unterkunft und Essen zu haben. Meistens war der Automat aber innerhalb von 12-24h wieder befüllt. Über eine schmale Hängebrücke gelangt man zudem nach Ceningan, wo es ebenfalls einiges zu entdecken gibt. Direkt daneben liegt Nusa Penida, die etwas größer ist. Hier war ich leider nicht aber wir sind häufig vor der Küste von Nusa Penida getaucht.

IMG_2163Den ersten Nachmittag/Abend verbrachte ich hauptsächlich damit, mir die Tauchtheorie reinzuziehen und die Fragebögen auszufüllen. Am nächsten Tag bin ich dann ein wenig schwimmen gegangen und habe mich mit ein paar Anderen, die ich auf der Straße getroffen habe, zum Schnorcheln in der Mangove-Bay verabredet. Das Wasser ist hier bereits wesentlich klarer und nicht so schmutzig wie an den Stränden die ich auf Bali gesehen habe. Ich habe die Gelegenheit genutzt und bin mit meinem Roller ein mal um die Insel gefahren. So konnte ich auch meine Roller-Skills deutlich verbessern und es hat einfach spaß gemacht die unterschiedlichen Punkte zu erkunden. Mit am interessantesten fand ich den “Panorama Point”, von dem man einen tollen Blick auf die Bucht und den dahinter liegenden Vulkan auf Bali hat (siehe Bild oben)

Am “Devil’s Tear” konnte man hautnah die Naturgewalten des Meeres erleben, das hier ungebremst auf das Riff trifft und riesige Wasserfontänen erzeugt.

Tag 11-15 (12.02. – 16.02.)

diving-1Am folgenden Tag ging es endlich los mit dem praktischen Teil des Tauchkurses. Zuerst begaben mein Buddy Fabian (ebenfalls aus Deutschland) und ich uns mit der aus Frankreich stammenden Tauchlehrerin Chloe in den Pool um die Grundlagen zu üben. Dazu gehörte der Umgang mit dem BCD (dem “Rucksack”, den man mit Luft füllen kann und der die Tauchflasche hält), das Atmen aus der Flasche, das Schweben und austarieren unter Wasser, das Ab- und Aufsetzen der Maske unter Wasser, das wechseln und Tauschen des Regulators unter Wasser uvm. Damit verbrachten wir den Vormittag und hatten den Nachmittag frei.

diving-2Am darauffolgenden Tag wurde es dann spannend. Der erste Tauchgang im offenen Meer stand an. Bereits früh um 7:30 trafen wir uns an der Tauchschule um alles für den Tauchgang fertig zu machen. Danach ging es mit dem Boot nach “Pura Ped” vor der Insel Nusa Penida. Hier übten wir noch ein mal das, was wir vorher im Pool geübt haben. Die Tauchzeit betrug hier 35 Minuten und wir sahen einige spannende Meeresbewohner. U.a. Lionfish, Orangutan Crab, Spiny Lobster, Pufferfish und Chromodoris.

Danach ging es mit dem Boot sofort zum nächsten Tauchspot (Toyah Pake – Nusa Penida) weiter. Dieser Tauchgang wurde durch die starke Strömung zu einem sog. Drift-Dive. Wir haben am Riff mit dem Tauchgang begonnen und wurden von der Stömung einige hundert meter rausgetrieben. Eine interessante Erfahrung, die einem zeigt, wie stark man den Naturgewalten ausgeliefert ist.

mantaAm nächsten Tag folgte dann der voraussichtlich interessanteste Tauchgang. Wir hatten es auf den Manta Rochen abgesehen und fuhren zuerst zur Manta-Bay. Da dort aber keine Mantas an der Oberfläche zu sehen waren fuhren wir weiter zum Manta Point (Nusa Penida). Wir stiegen ins wasser, tauchten auf 14,2m und da war er! Es ist sehr beeindruckend ein solch graziles Lebewesen aus gesunder Entfernung zu beobachten. Leider waren die Sichten nicht sonderlich gut, aber man konnte ihn dennoch sehr gut erkennen. Er war gerade beim Fressen und schwamm dafür im Kreis, hielt an einigen Stellen an und es wirkte als würde er wie angewurzelt mitten im Wasser stehen.

nemoDer zweite Tauchgang des Tages führte uns zur Crystal Bay auf Nusa Penida bei dem wir wiederum einige sehr interessante Meeresbewohner zu sehen bekamen. Unsere Tauchzeit hatte sich inzwischen durch verbesserte Atmung auf 40 Minuten erhöht und diesmal gingen wir an das Open Water Diver Limit von 18 Metern. Wir sahen eine Flunder, Hermit Crab, Giant Box Crab, Harlequin Swimming Crab sowie einen Spotted Garden Eel und einen Trumpetfish. Auch Nemo haben wir gefunden und es geht ihm gut! 🙂

IMG_2183Dies war zugleich unser letzter Tauchgang, der für den Open Water Diver nötig war. Alle Aufgaben, die wir zu erledigen hatten haben wir erledigt und können uns ab sofort PADI Open Water Diver nennen.

Die Nachmittage und Abende verbrachten wir dann häufig mit anderen Tauchern, die wir in der Tauchschule kennen gelernt haben. Dazu gehörten Ed und Emma aus England sowie der Berufsmusiker Tyrone von der Band “Rüfüs” aus Australien, die tatsächlich schon Songs auf Platz 1 der australischen Charts hatten. Diese spielt übrigens am 16.03.2016 in Berlin, wer sie mal auschecken möchte! 🙂

Einen Abend haben wir auch die kleine Insel Nusa Ceningan besucht und den Sonnenuntergang am Secret Point beobachtet, an dem man theoretisch auch direkt von der Klippe springen kann. Dies geht allerdings nur unter bestimmten Bedingungen und meist eher morgens.

IMG_2187Die Rollerfahrt dort hin war in jedem Fall abenteuerlich, ein kleines Video dazu folgt noch, sobald ich gute Internetverbindung habe 😉

Auf der Rückfahrt besuchten wir dann quasi zufällig noch das Volleyball-Turnier auf Ceningan, das hier scheinbar eins der Haupt-Attraktionen für die lokale Bevölkerung darstellt. Es war ein harter Kampf und am Ende des Spiels setzte sich Nusa Lembongan mit 25 zu 22 gegen Ceningan durch. geschenkt haben sie sich definitiv nichts! 🙂 Die Rückfahrt im Dunkeln mit dem Roller war etwas ganz besonderes. Die Meisten fuhren zurück über die Brücke nach Lembongan, so dass diese beim drüber fahren deutlich nach rechts und links schwankte. Man hatte beim Fahren das Gefühl man könne nicht gerade aus fahren sondern müsse immer rechts und links steuern. Ein sehr komisches Gefühl!

Zum Abschluss hatten wir noch mal ein 2016-02-15 20.19.39gemeinsames Buffet-Dinner mit einigen Leuten von der Tauchschule bei dem es unheimlich leckeren Fisch und andere Leckereien zu Essen gab.

Am nächsten Tag ging die Reise dann weiter per Boot nach Gili Air, auf dem ich neben viel Chillen weiter getaucht und geschnorchelt bin. Mehr dazu dann aber im nächsten Beitrag 😉

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