Advanced Open Water Diver

Advanced Open Water Diver

Mit dem Advanced Open Water Diver darf man bereits auf 30m Tiefe tauchen und hat so noch mehr Möglichkeiten, die zahlreichen Tauchspots zu erkunden. Speziell größere Fische befinden sich gerne unter der 18m Marke. Ich entscheide mich dafür, bereits mit dem Advanced Kurs zusammen auch mit Nitrox zu tauchen, da dies im “Paket” günstiger ist.

Unsere Nitrox-Flaschen werden mit 32% Sauerstoffanteil gefüllt (normale Luft hat 21%), so dass sich im Körper beim Tauchen nicht so viel Stickstoff (Nitrogen) absetzt. Dies ist neben der verbrauchten Luft eine der ersten Grenzen, an die man stößt. Je nachdem, was man machen möchte, wählt man zwischen 32 und 40% Sauerstoffanteil aus. Höhere Anteile sind allerdings nicht unbedingt besser, da sie die Tauchtiefe einschränken um eine Sauerstoffvergiftung zu vermeiden.

Beim Advanced Open Water Diver macht man 5 Tauchgänge und kann 3 Spezialitäten wählen. Ich habe mich für Wrack-tauchen (nur außen), Peak Buoyancy (Übungen für bessere Haltung und Schweben unter Wasser) und Nacht-tauchen entschieden. Die beiden anderen Tauchgänge bestehen aus Navigation (u.a. mit Kompass) sowie einem Deep Dive auf 30m.

Wracktauchen

Unser erster Tauchgang ist das Wrack. Es gibt ein kleines Wrack in der Nähe von Gili Meno, genannt “Bounty”. Die Aufgabe war es, das Wrack zu erkennen und selbstständig zu erkunden, dabei auf Gefahren hinzuweisen und am Ende den ausgemachten Auftauchpunkt zu erkennen und darauf hinzuweisen. Zunächst lief alles wie geplant und wir fanden das Wrack, ich übernahm und führte uns um einen Teil des Wracks. Auf dem Rückweg allerdings begegnete uns eine so starke Strömung, dass der Tauchgang unfreiwillig zum Drift-Dive wurde und uns vom Wrack weg trieb. Ein Anschwimmen gegen die Strömung macht hier nur wenig Sinn, da dies zu viel Kraft und Luft verbraucht. Da es irgendwann auch noch zu Auf- und Abströmungen kam, entschieden wir uns dazu, den Tauchgang nach 26 Minuten zu beenden. Es war trotzdem sehr spannend und aufregend als plötzlich das Wrack in der trüben Sicht auftauchte und man sich ihm näherte und es genauer inspizieren konnte.

Eigentlich hätte ich auf Bali gerne noch einen weiterführenden Kurs gemacht um auch in Wracks hinein tauchen zu dürfen. Leider ist dies dort derzeit nicht möglich, da sich das dortige Wrack, die USS Liberty nähe Tulamben, scheinbar derzeit bewegt und es daher zu gefährlich wäre, hinein zu tauchen.

Peak Buoyancy

Der Peak Buoyancy Tuchgang war geprägt von Spielchen in flachem Gewässer. Wir nahmen u.a. Löffel und ein paar Steine sowie eine Boje mit. Zunächst versuchten wir, meine Gewichte optimal zu platzieren und wir machten einige Übungen zum Schweben im Wasser sowie der richtigen Haltung. Danach steckte Nik 3 Löffel in den sandigen Boden. Die Aufgabe war nun, diese kopfüber mit dem Regulator (das Mundstück aus dem man die Luft zieht) zu berühren und im Idealfall einen “Purge” (durchpusten des Regulators mit Luft auf Knopfdruck) auszulösen. Das Berühren hat gut geklappt aber für den Purge war der Widerstand des Löffels im sandigen Boden doch nicht stark genug. Danach machten wir zu dritt ein “Eierrennen” und legten die Steine auf die Löffel und schwammen dann eine gewisse Strecke “gegen einander”. Mit der Boje hielten wir dann eine Ankerleine ein Stück hoch und die Aufgabe war es, unter der Ankerleine nah am Boden sowohl mit Blick nach unten als auch auf dem Rücken zu schwimmen.

Wir haben dann noch einen Cuttlefish und Cowfish gesehen als wir ein wenig tiefer getaucht sind.

Deep Dive

Beim Deep Dive nahmen wir wieder ein paar “Spielzeuge” mit. Unter anderem ein rohes Ei, eine Verpackung mit Nescafe und eine Wasserflasche. Wir tauchten bis auf 28m ab und schlugen das Ei auf. Es schwebte vor uns und wurde vom Druck zusammen gehalten wie als wenn man ein Ei in Schwerelosigkeit öffnen würde. Die einst sehr bunte Nescafe Verpackung war erstaunlich farblos geworden, speziell das Rot sah eher gräulich aus. Der Inhalt wurde ebenfalls sehr stark zusammen gedrückt. Die oben nur mit Luft gefüllte Wasserflasche war komplett zerdrückt, da der Umgebungsdruck auf 30m das 4-fache des Oberflächendrucks ist. Wir öffneten die Flasche und füllten sie mit Wasser und danach zu ca. 3/4 Teil mit Luft. sie hatte wieder eine normale Form. Nach dem Aufstieg war der Druck in der Flasche so stark angestiegen, dass man sie nicht mehr zusammen drücken konnte. Der Druck wurde nur vom Plastikdeckel gehalten, der beim Öffnen sofort mit einem Knall in die Luft schoss. Mit diesen Hilfsmitteln lassen sich die Druckunterschiede sehr gut visuell sichtbar machen.

Navigation Dive

Beim Navigations-Tauchgang ging es zunächst darum, per Sicht und dann per Kompass zu navigieren. Entfernungen misst man am besten über das Zählen der Finkicks (also die Anzahl einer kompletten Flossenbewegung mit beiden Beinen) Ich sollte zunächst eine gerade Strecke und dann ein Viereck mit dem Kompass navigieren. Als die Aufgaben erfüllt waren, hielten wir Ausschau nach Meeresschildkröten und fanden einige riesige Exemplare auf ca. 18-20 m. Auch der Cuttlefish, Harlequin Sweetlips, Angelfish und Trumpetfish waren zu sehen.

Night Dive

Der Night Dive war besonders spannend. Mit Taschenlampe ausgestattet machten wir uns kurz vor Einbruch der Dunkelheit direkt vom Strand aus auf ins Wasser. Zunächst war noch ein wenig Licht von oben zu sehen, das immer weniger wurde. Jetzt garantierten nur noch unsere Lampen eine Sicht auf die Umgebung. Wir sahen zahlreiche spannende Meeresbewohner. Unter anderem einen Baby-Octopus, der nicht größer als 1-2 cm gewesen sein kann, Baby Cuttlefish, einen Aal sowie einen wunderschönen Lionfish. Die Unterwasserwelt wirkt bei Nacht noch ein mal komplett anders und es kommen plötzlich ganz andere Tiere zum Vorschein, die man tagsüber eher nicht antrifft.

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