Gili Air

Da ich heute noch etwas Zeit habe, bis mein Boot nach Lombok fährt, habe ich mich in eine Strandbar gesetzt und trinke einen Lime-juice und dachte mir, ich schreibe noch ein wenig das Geschehene bis Heute zusammen, damit ich es nicht vergesse. Es sind schließlich seit dem Ende des letzten Beitrags wieder einige Tage vergangen und es ist viel passiert.

Tag 15-21 Gili Air (16.02. – 22.02.)

2016-02-16 11.38.31Nach meinem Abschied von Nusa Lembongan ging es weiter nach Gili Air. Ich habe bereits die lose Idee, danach weiter nach Komodo zu fahren oder fliegen um dort einen der besten Tauchspots der Welt auszuchecken. Daher habe ich eine Email an eine, mir empfohlene, Tauchschule geschickt um heraus zu finden, ob ich dort meinen Advanced Open Water Diver machen kann. Leider war das personell nicht möglich, so dass ich mir etwas anderes überlegen musste. Ich werde das also hier auf Gili Air machen. Wann es genau nach Komodo geht, und wie lange ich hier bleibe, weiss ich noch nicht.

IMG_2226Auf Gili Air angekommen bezog ich mein sehr schönes, Zimmer nur 8 Gehminuten vom Hafen und 5 Gehminuten vom Strand. Autos oder Roller gibt es hier nicht. Nur Fahrräder, E-Bikes und Pferdekutschen. Es gibt hier außerdem viele Tauchschulen aus denen man auswählen kann. Die wohl offensichtlichste und scheinbar größte ist “5 Oceans“, die mir auf Lembongan von einer der Tauchlehrerinnen empfohlen wurde, und direkt am Hafen liegt. Da die Preise auf der Insel sich nicht viel nehmen, entscheide ich mich dafür hier meinen Advanced Open Water Diver Kurs zu belegen.

2016-02-17 08.36.59Gili Air ist zwar um einiges kleiner als Nusa Lembongan aber dafür, was die Läden und die Vielfalt an Waren und Dienstleistungen angeht, spürbar besser aufgestellt. Es gibt immerhin eine ganz Hand voll Bankautomaten und am Hafen herrscht geschäftiges Treiben. Man kann innerhalb  von ca. 1 – 1,5 Stunden ein mal komplett um die Insel laufen. Im Ostteil der Insel reiht sich eine Strandbar an die nächste unterbrochen von Tauchschulen und Tour-Veranstaltern. Es gibt auch hier ein paar Unterkünfte, die meisten erschwinglichen liegen jedoch eher etwas vom Strand entfernt (allerdings nur wenige Gehminuten). Die Westseite ist nur wenig erschlossen, so dass sich das meiste Treiben im Süden, Osten und Norden der Insel abspielt.

Besonders interessant ist scheinbar die Vorliebe der Einheimischen für elektronische Musik. Jimi Hendrix ist zwar in Bildform allgegenwärtig aber ich glaube das wäre nicht so seine Musik. Ich hätte mir großteils schon etwas chilligere Musik am Abend gewünscht. In einer Bar mussten wir explizit nach Reggae fragen … das hat dann eine Stunde lang funktioniert, bis wieder zu Elektro umgeschaltet wurde 😉

2016-02-17 08.40.32Es gibt zahlreiche Restaurants, die offen “Magic Mushrooms” anbieten und hier und da wird scheinbar auch gerne mal eine Tüte Gras geraucht. Das liegt wohl daran, dass es auf Gili Air angeblich keine Polizei gibt. Ansonsten wird Drogenbesitz in Indonesien nämlich schnell hart bestraft.

In der Nebensaison ist das kleine Gili Air allerdings für den verhältnismäßig niedrigen Anteil an Besuchern noch völlig überdimensioniert. Die meisten Strandbars sind leer und nur an einigen Punkten konzentriert es sich ein wenig. So z.B. bei Mowies, wo es verdammt leckeren Kuchen und leckere Smoothies gibt. Dazu einen einzigartigen Blick direkt auf den Sonnenuntergang vom Strand. Gleich daneben liegt das Safaris, wo man ab und zu Livemusik geboten bekommt und an der Bar oder direkt am Strand in kleinen Bambushütten sitzen und etwas essen und trinken kann.

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Leider ist es auch hier oftmals leer und es ist eher schwer mit anderen Reisenden in Kontakt zu kommen. Aber so hat man natürlich auch seine Ruhe und ist nicht genervt von zu vielen Touristen, das hat definitiv auch etwas für sich!

Man bekommt in jedem Fall beim Essen Besuch von den hier lebenden Katzen. 2016-02-20 20.56.36Während es auf Nusa Lembongan hauptsächlich streunende Hunde gab, haben hier die Katzen ganz klar die Vorherrschaft. Hunde habe ich hier gar nicht gesehen.

Zwei Abende verbringe ich mit Elin und Lisa aus Schweden, die ich kennenlerne, als sie mich nach dem Weg zum Strand fragen. (jeder Weg führt hier irgendwann zum Strand!) Sie bringen mir ein lustiges Kartenspiel bei, bei dem man sein Erinnerungsvermögen benutzen muss um möglichst niedrige Zahlen zu bekommen. Am Ende gewinnt Elin, ich bin zweiter und Lisa ist leider knapp hinter uns. Es ist auch viel Glück dabei muss man dazu sagen.

Zusätzlich lerne ich mit ihnen zusammen eine Gruppe Jungs sowie noch zwei dänische reisende kennen, die allerdings bereits am nächsten Tag bereits wieder in Richtung Gili Meno aufbrechen. Die Bekanntschaften bleiben eher oberflächlich und es gibt Momente, in denen man sich einen längerfristigen Travel-Buddy wünscht, mit der/dem man einen Teil der Reise zusammen unternehmen kann, um das Erlebte direkt mit jemandem zu teilen.

2016-02-20 09.22.41Auffällig ist, dass viele, die ich hier kennen lerne, eher längere Touren hinter oder vor sich haben. Ab 3 Monate aufwärts oder sogar mehr als ein Jahr inkl. Work & Travel in Australien o.ä. sind keine Seltenheit. Die wenigsten hier kommen nur für ein paar Wochen. Die Altersklasse dieser Reisenden geht ganz klar eher in Richtung Anfang bis Mitte 20. Meist wird nach dem Abitur oder nach dem Studium für einige Monate oder mehr gereist.

In der Tauchschule werde ich mit meinem Tauchlehrer Nik und dem Dive Master Dimi bekannt gemacht. Dimi und ich stellen beim Ausfüllen der Unterlagen fest, dass wir am exakt selben Tag geboren wurden, er ist aber ca. 13 Stunden älter als ich 😉 Eigentlich ist er Kapitän eines Segelschiffs in Griechenland und macht bei Oceans 5 seinen Divemaster, damit er auch mit dem Tauchen zukünftig hier und da Geld verdienen kann.

Nik kommt aus der Schweiz und wohnt bereits einige Zeit mit seiner Freundin auf Gili Air. Man kann hier scheinbar bereits ab ca. 3 mio. IDR pro Monat eine Bleibe finden. Das entspricht ungefähr 200 €.

2016-02-20 09.16.37Auffällig ist für mich die hohe Anzahl der Tauchlehrer und Besucher aus skandinavischen Ländern. Anscheinend ist Gili Air u.a. bei Schweden und Dänen sehr beliebt.

Da ich am ersten Tag bereits Mittags ankomme und erst am Folgetag mit dem Tauchkurs beginnen kann, entscheide ich mich dazu, ein wenig an den Strand zu gehen und zu schnorcheln. Man kann an der Ostküste sehr gut vom Strand aus ins Wasser und nur ca. 100-200m später bekommt man die ersten Fische und Korallen zu sehen. Leider wurde hier lange mit TNT gefischt, so dass viele der strandnahen Korallen dadurch zerstört wurden. Ansonsten wäre die Unterwasserwelt hier vermutlich noch viel aufregender. Ich sehe einige der üblichen verdächtigen Fische wieder (z.B. Moorish Idol), die ich bereits beim Tauchen kennen gelernt habe und genieße es, mit viel Ruhe den Fischen zuzuschauen.

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Am darauffolgenden Tag beginnt mein zweiter Tauchkurs in 2 Wochen. Für alle, die sich für die Details des Advanced Open Water Diver interessieren, habe ich hier einen extra Beitrag gemacht, um diesen nicht zu lang werden zu lassen 😉

Zwischendrin bin ich auch noch ein zweites mal schnorcheln gewesen und habe dabei eine wunderschöne Meeresschildkröte beobachten können. Ich bin bestimmt eine halbe bis dreiviertel Stunde mit ihr gemeinsam geschwommen. Danach hatte ich ordentlich Sonnenbrand an den Beinen, aber das war es mir wert.

2016-02-21 12.11.44Eigentlich hatte ich auf Gili Air erstmal nur 3 Nächte geplant. Am Ende sind es 6 geworden. Die Insel ist wunderschön und sehr entspannend. Man hat tolle Strände und kann sehr gut tauchen und schnorcheln gehen. Surfer habe ich hier eher weniger gesehen, aber es gibt ein paar.

Heute mache ich mich auf den etwas längeren Weg nach Komodo. Dafür nehme ich das Boot nach Lombok und übernachte dort eine Nacht. Am Vormittag geht dann mein Flug mit Wings Air von Lombok nach Denpasar und von dort aus nach Labuan Bajo auf der Insel Flores.

Da Komodo ein Naturschutzgebiet ist, kann man dort nicht direkt übernachten sondern macht entweder ein “Liveaboard”, bei dem man mehrere Tage auf einem Boot verbringt und an unterschiedlichsten Orten tauchen oder schnorcheln geht, oder man fährt täglich mit dem Boot von Labuan Bajo raus nach Komodo zum Tauchen. Was ich davon machen werde weiss ich noch nicht so genau, das entscheide ich dann vor Ort. Ich habe diesmal zur Sicherheit wieder eine Nacht vor Ort per Internet gebucht und schaue mich dann dort nach einer günstigen Unterkunft um.

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