Komodo

Derzeit sitze ich im Restaurant der Tauchschule Blue Marlin in Labuan Bajo, nahe dem Komodo Nationalpark und plane meine weitere Route, während draußen der Regen auf die See prasselt. Wir hatten die letzten Tage wirklich Glück mit dem Wetter und daher ist dies der perfekte Tag um Flüge zu buchen, Blog zu schreiben und einfach nur zu entspannen.

Tag 22-28 Komodo (23.02. – 29.02.)

2016-02-22 14.00.38Von Gili Air bin ich mit dem Fastboat von Scoot Cruises und dem Auto nach Lombok (Senggigi) gefahren worden und von dort aus mit dem Taxi weiter in die Hauptstadt Mataram. Vorbei an grünen Bergen und direkt am Wasser entlang.

Ich habe für Lombok nicht viel mehr als eine Übernachtung eingeplant auf meinem Weg nach Komodo. Ich hätte evtl. gerne den Trek auf die Spitze des Mt. Rijani gemacht, musste aber feststellen, dass meine Kleidung dafür wohl nicht angemessen wäre und da ich meinen Rucksack nicht auch noch mit einer langen Trekking Hose und windabweisender Jacke vollstopfen wollte, habe ich darauf verzichtet, obwohl es sicher ein tolles Erlebnis gewesen wäre. Vielleicht hole ich zum Ende meiner 3 Monate ja noch mal einen Mountain Trek nach.

2016-02-23 15.23.46Stattdessen bin ich direkt am nächsten Tag weiter nach Labuan Bajo. Ich wurde vom Hotel zum internationalen Flughafen auf Lombok gebracht um dort dann festzustellen, dass mein Flug gecancelt wurde. Gründe wurden nicht genannt. Ich sah aber, dass derzeit gerade ein Flug nach Denpasar beim Checkin war und fragte, ob ich nicht den Flug um 10:00 anstatt um 11:45 nehmen könnte.

Es hat sich ausgezahlt früh genug da zu sein und ich konnte den früheren Flug nehmen, nachdem ich ein paar Minuten auf standby war. Ansonsten hätte ich erst am nächsten Tag fliegen können. Der Flug ging nach Denpasar und mein Anschlussflug sollte kurz darauf dann nach Labuan Bajo fliegen. Auf Lombok erklärte man mir aber noch, dass der Anschlussflug bereits voll wäre und ich erst am nächsten Tag weiter fliegen könne. Ich war verwundert und fragte daher in Denpasar noch ein mal genauer nach. Dort war es dann doch möglich, den Flug zu nehmen der eigentlich geplant war. So lief also am Ende doch alles fast wie geplant.

2016-02-24 09.03.08Ich übernachtete eine Nacht im “Green Hill”, das wirklich sehr komfortabel aber auch dementsprechend teuer war. Ich nutzte daher den Nachmittag dazu, eine günstigere Unterkunft für die kommenden Tage zu finden und entschied mich für den sehr schicken 4 Personen Dormroom der Blue Marlin Tauchschule, die zufällig auch einigermaßen stabiles Internet in ihrem Restaurant haben, was ansonsten die letzten Tage nicht so der Fall war. Im Green Hill war es komplett ausgefallen.

 

manta-2Ich wollte natürlich so schnell wie möglich tauchen gehen und suchte mir dann doch eine etwas günstigere Tauchschule mit einem langsameren Boot aus. Für 1.200.000 IDR waren hier 3 Tauchgänge pro Tag möglich. Am ersten Tag war das Boot lediglich mit 5 Personen, davon 3 Tauchern, besetzt und es war sehr entspannt. Leider hat sich mein Gopro-Akku irgendwie über Nacht entladen, so dass ich diese am ersten Tag nicht mitnehmen konnte.

Die Tauchgänge an diesem Tag waren einfach nur atemberaubend. Zuerst fuhren wir zu einem Felsen im Wasser (Batu Bolong), um den herum sich einiges an Fischen tummelte. Leider auch fast genauso viele Taucher 😉 Der Tauchgang ging bis auf 20m und wir sahen Moränen und viele kleine Fische. Es war ein buntes Farbenspiel und überall wuselte etwas herum.

manta-4An der zweiten Tauchlocation (Siaba Besar) waren wir dann quasi alleine. Es gab faszinierende Korallen zu sehen auf denen sich einige Meeresschildkröten entspannten. Es war wie ein kleines buntes Wunderland. Der Tauchspot war sehr entspannt und wir gingen nur auf 10m.

Als dritter Tauchspot stand “Mawan” auf dem Plan, wo es regelmäßig Mantas zu sehen gibt. Von denen sahen wir dann auch nicht zu wenige. Der Tauchspot ist mit 5-15m eher flach und man kann sich gut auf den sandigen Boden legen und einfach entspannen.

Wir sahen erst einen, dann zwei und plötzlich ganz viele Mantas auf einen Haufen. Sie schwammen direktturtle-1 über uns und wir entschieden uns, das Schauspiel einfach vom Boden aus zu betrachten. Es war ein unglaublicher Anblick. Das Wasser war klar und die Sichten waren gut, so dass ich zu einem Zeitpunkt bis zu 11 Mantas gleichzeitig in meinem Sichtfeld zählen konnte. Wir blieben ganze 68 Minuten unten und jede Sekunde davon war aufregend. So etwas erlebt man wirklich nicht jeden Tag! Dieser Tauchspot ist absolut empfehlenswert wenn man ganz entspannt Mantas beobachten möchte.

Am nächsten Tag fuhren wir noch ein mal Mawan und Siaba Besar an, diesmal war allerdings mehr los was die Anzahl der Taucher angeht. Dennoch konnte ich tolle Videos und Fotos von den Mantas machen und am vorherigen Tauchspot auch von einigen Meeresschildkröten, Stingrays und vielem mehr. Unser letzter Spot nannte sich Tatawa Besar.
2016-02-24 13.18.06Auf dem Tauchboot lernte ich Joy aus dem Baskenland kennen, die mit ihrem Freund Tristan mehrere Monate unterwegs ist. Ich hatte bereits ein wenig darüber nachgedacht auf ein “Liveaboard” zu gehen für 3 Tage und 2 Nächte, empfand die Tauch-Liveaboards allerdings als recht teuer im Vergleich zum täglichen Tauch-Boot und einer festen Unterkunft an Land.

Joy erzählte mir von einem Liveaboard für nur 1.350.000 IDR (ca. 93 €) für 3 Tage und 2 Nächte inkl. Essen mit Schnorcheln und einem Trek zu den Komodo Waranen. Sie fragte ob ich nicht mitkommen möchte, da einer der Teilnehmer es sich anders überlegt hatte. Ich überlegte nicht lange und sagte, dass ich mir das gerne anschauen würde und nur meinen Flug umbuchen müsse.

Die beiden hatten bereits Kontakt zu einem Kapitän eines 2016-02-26 09.14.23größeren Boots mit 4 Kabinen, auf dem wir die Zeit verbringen könnten. Wir sahen uns das Boot am Abend an und waren sehr zufrieden mit dem, was uns geboten wurde. Am nächsten Tag ging es um 9 Uhr bereits los. Ich musste jetzt nur noch meinen Flug umbuchen, da ich eigentlich geplant hatte, nur bis zum Samstag (27.02.) auf Komodo zu bleiben und dann zurück nach Denpasar zu fliegen.

Für nur 50.000 IDR (ca. 3 €) buchte ich dann telefonisch den
Flug um. Von diesen kundenfreundlichen Preisen könnten sich die deutschen Airlines mal eine Scheibe abschneiden. 😉

2016-02-27 17.07.51Am 26.02. bestiegen wir also unser Boot, auf dem wir die nächsten 3 Tage und 2 Nächte verbringen würden. Mit dabei waren noch Olga, die in Spanien lebt und Clare aus Australien. Clare hat Meeresbiologie studiert und war so eine nicht enden wollende Quelle von Informationen über diesen und jenen Fisch. Ihre Begeisterung war ansteckend und selbst über die kleinsten Meeresbewohner konnte sich Clare wie ein kleines Kind freuen. So machte das Schnorcheln gleich doppelt so viel Spaß.

Nachdem das Boot abgelegt hatte fuhren wir langsam und gemütlich aus dem Hafen. Wir dachten, die Geschwindigkeit würde irgendwann noch mal zunehmen, mussten aber feststellen, dass das Boot mit geschätzten 3-5kt scheinbar schon an der Obergrenze angelangt war. Diese unglaubliche Geschwindigkeit wurde schließlich zum running gag während unserer Fahrt. Spätestens am zweiten Tag, als wir von Rinca nach Komodo fuhren, und die Strömung an einer Stelle so stark war, dass das Boot sich fast nicht vorwärts und manchmal sogar rückwärts bewegte, trotz voller Motorleistung. So verbrachten wir eine knappe Stunde an ein und der selben Stelle. Während wir wohl eher im Lee der Insel geankert hätten, wollte der Kapitän einfach nicht aufgeben 😉

2016-02-26 14.14.58Ein anderer kleiner Nachteil des Bootes war auch, dass das obere Deck mit Fiberglas überzogen und scheinbar nicht weiter versiegelt worden war. Nach dem ersten Sonnenbaden war das Handtuch daher voll mit Fiberglas-Teilchen, die dann sehr unangenehm auf der Haut juckten. Auch Hosen und Shirts waren sofort “befallen”. Wir mieden daher den Großteil der Fahrt das obere Deck und mein Handtuch hat nach der Fahrt dann das zeitliche gesegnet, da es nicht mehr von dem vielen Fiberglas zu trennen war und im Licht seitdem schön glitzerte.

Mantis Shrimp by Clare

Der erste Tag war von tollen Spots zum Schnorcheln geprägt. Wir fuhren mehrere kleine Buchten an auf denen wir tolle Korallenriffe und die darin lebenden Meeresbewohner beobachten konnten. Darunter einen Stonefish (einen der giftigsten Fische, die es gibt), Crocodilefish, Scorpionfish, Lionfish, Meeresschildkröten, den Flying Gunard und Mantis Shrimp die u.a. Glas zerbrechen können und besonders gute Augen haben.

 

 

2016-02-26 17.57.17Abends fuhren wir nach “Bat Island” (Pulau Kalong) auf dem hunderte Fledermäuse auf den Bäumen hängen. Diese machen sich Abends auf den Weg nach Komodo um dort Futter zu finden. Es ist wirklich ein außergewöhnlicher Anblick zu sehen, die sich diese auf den Weg machen und hintereinander nach Komodo fliegen. Fast so, als hätte Dracula sie persönlich gerufen.

 

 

2016-02-28 05.59.49Am zweiten Tag waren Ausflüge nach Rinca und Komodo geplant um die Komodo Warane zu sehen und wir wurden nicht enttäuscht. Bereits am Eingang zum Park “begrüßte” uns ein großes Exemplar und “führte” uns zusammen mit dem Ranger zur Ranger Station. Insgesamt wirken die Warane sehr behäbig und auf Rinca waren sie auch sichtlich faul. Auf Komodo allerdings konnten wir beobachten, wie diese massiven Tiere mit ihren bis zu 3 Metern Länge und 166kg Gewicht sich schnell in Bewegung setzen können. Sie können dabei bis zu 20 km/h erreichen und man sollte sehr vorsichtig sein.

Zuletzt gab es laut unserem Guide 2007 einen Todesfall, als ein Waran einen 8jährigen Jungen, der auf Komodo lebte, angegriffen und getötet hat. Mit diesen Tieren ist also nicht zu spaßen. Sie sind hinterhältig und lauern ihrer Beute gerne auf. DSC00010Sie müssen zwar nur 1 mal im Monat essen aber dann sollte es wohl schon was größeres sein. Büffel oder Rehe zum Beispiel. Aus diesem Grund ist ein Besuch der Warane nur mit einem Guide möglich, der allerdings nur mit einem langen Stock bewaffnet ist um die Tiere in Schach zu halten.

Am dritten Tag wurden wir von einem bezaubernden Sonnenaufgang auf dem Boot geweckt und sogar ein Delfin kam uns kurz besuchen, leider nur in einiger Entfernung. Wir fuhren zum “Pink Beach” wo es wunderschöne Korallen und eine reichhaltige Auswahl an Meeresbewohnern zu bestaunen gibt.

2016-02-27 09.15.30Danach machten wir uns auf zum “Manta Point”. Noch nicht ein mal dort angekommen sahen wir bereits vom Boot aus ein Gruppe Mantas, die Sich an den zahlreichen kleinen Quallen an der Oberfläche erfreuten. Wir beschlossen, auch ins Wasser zu springen und mit den Matas zu schnorcheln. Der größte der Mantas hatte eine Spannweite von schätzungsweise 4 Metern.

Das Liveaboard war, nicht zuletzt aufgrund der tollen Menschen um einen herum, eine super Erfahrung. Wir erlebten sowohl im Wasser als auch an Land viele spannende Dinge und sahen die faszinierende Flora und Fauna von Komodo. Die kleinen Inseln um einen herum ergeben ein tolles Bild vom Wasser aus und man fühlt sich hier einfach extrem wohl.

flying-fishAls wir Abends wieder in Labuan Bajo angekommen waren, gingen wir zum Abschluss in’s Mediteraneo und bestellten uns Pizza und Pasta nachdem wir auf dem Boot hauptsächlich Reisgerichte gegessen hatten, die für die Crew einfach in einer kleinen Küche zu machen waren. Ich kann jedem solch ein Liveaboard nur empfehlen, sofern die Gruppe stimmt mit der man unterwegs ist. Man verbringt sehr viel Zeit zusammen, kann sich aber auch mal zum Lesen oder Musikhören zurück ziehen, was sehr schön ist.

2016-02-28 05.47.11Bisher ist Komodo der naturmäßig wohl schönste Punkt meiner Reise, allerdings eher auf dem Wasser. Flores soll aber noch einiges mehr zu bieten haben als Labuan Bajo. Leider läuft mein Visum für Indonesien in Kürze ab, so dass es für mich Sinn ergibt, weiter zu ziehen in ein anderes Land. Ich habe nun fast einen ganzen Monat in Indonesien verbracht und freue mich auf eine weitere, neue Kultur. Zum Tauchen ist Komodo definitiv der beste Ort den ich bisher gesehen habe und viele erfahrene Taucher bestätigen, dass es einer der besten Tauchspots auf der Welt ist. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es sich wohl in Thailand taucht und hoffe, dass ich jetzt nicht ZU verwöhnt bin von Komodo.

Morgen fliege ich zunächst nach Denpasar auf Bali zurück um von dort aus dann das Flugzeug nach Kuala Lumpur zu nehmen. Dort plane ich lose, 2 Nächte zu bleiben um mir die Petronas Towers und einige andere Dinge anzuschauen und dann weiter nach Siem Reap in Kambodscha zu fliegen. Von dort aus möchte ich auf dem Land- und Wasserweg bis nach Koh Rong reisen um dort ebenfalls wieder zu tauchen. Mal schauen ob es bei diesem “Plan” bleibt oder ob sich alles in Kürze wieder komplett ändert 😉

 

 

 

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