Von Kambodscha nach Vietnam

Koh Rong – Ho Chi Minh City (09.03.- 11.03.)

2016-03-09 13.47.53Nachdem ich mit dem Slow Boat von Koh Rong aus nach Sihanoukville zurück gefahren bin, heisst es nur kurz warten auf den Bus, der mich nach Pnom Penh bringt. Dort muss ich eine Nacht überbrücken und da ich doch irgendwie ein wenig an Zeitnot leide, entscheide ich mich, Städte in Kambodscha und Vietnam auf meiner Reise weitestgehend nur kurz zu besuchen. Am nächsten Morgen geht es daher bereits weiter mit dem Bus nach Ho Chi Minh City. Ich hätte mir gerne die Killing Fields angeschaut, finde dafür aber leider nicht die Zeit, daher muss ich das wohl irgendwann nachholen wenn ich wieder komme.

2016-03-09 16.53.07Ich habe mich für den Bus von Giant Ibis entschieden, der mir als der beste empfohlen wurde und ich kann das in jedem Fall bestätigen. Auf dem Weg zur Grenze begegnen wir einigen etwas weniger luxuriösen Gefährt, die ich liebevoll “Einheimischen-Express” nenne. Es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen auf der Ladefläche dieses Wagens platz finden.

Die Busfahrt läuft ziemlich bequem und reibungslos ab und ich komme am Nachmittag des 10.03. in Ho Chi Minh City (Saigon) an. In meinem Hostel lerne ich die Deutsche Verena kennen und laufe mit ihr ein wenig durch die vollen Straßen von Ho Chi Minh City und wir essen am Ende in der Nähe des Hostels etwas. Meinem Magen geht es immer noch nicht wieder so richtig gut und ich freue mich auf eine Magenschonende Nudelsuppe und ein paar Spring Rolls.

D2016-03-10 17.31.51ie Stadt hieß unter französischer Kolonialherrschaft und unter der Herrschaft von Südvietnam von 1955-1975 offiziell “Saigon” und der alte Name ist immer noch allgegenwärtig und wird inoffiziell auch häufig noch genutzt. Nachdem die Stadt 1976 Teil der umliegenden Provinz wurde, wurde sie in Ho Chi Minh City umbenannt. Noch unter der Khmer-Herrschaft hieß die Stadt Prey Nokor und wurde im 17. Jhd. von Vietnam annektiert.

Sie hat eine Einwohnerzahl von inzwischen knapp 10 Millionen Menschen und es fahren täglich bis zu 3 Mio Roller auf den Straßen der Stadt herum. Das kann ein ganz schön erschreckender Anblick sein und man merkt, dass die Stadt pulsiert und lebt. Speziell zur Rush-hour wird es hier dann richtig voll und unangenehm sich auf den Straßen zu bewegen. Dagegen ist die Rush Hour in Berlin ein absoluter Witz.

IMG_2564Da ich nur wenig wenig Zeit mitgebracht habe, möchte ich zumindest eine Tour auf dem Mekong machen. Auch wenn die”3-island-Tour” sehr touristisch daherkommt und man hauptsächlich von einem Restaurant/Shop zum nächsten geschleppt wird, ist sie doch durchaus informativ und man kann ein wenig die Stadt vom Wasser aus beobachten.

Die Tour ist als Tagestour am 11.03. geplant und wir sind gegen 17 Uhr wieder zurück am Hostel. Zuerst werden wir mit einem Kleinbus zum Wasser gefahren und von dort aus  dann mit einem größeren Boot zum anderen Ufer gebracht. Unter anderem fahren wir mit einem kleinen 4-Personen Boot durch die schmalen Seitenarme des Mekong, der in schlammigem Braun daherkommt. Er läd nicht wirklich dazu ein, das Wasser berühren zu wollen und es gab auch Zeiten, an denen der Mekong in Ho Chi Minh City sich schon schwarz verfärbt hat und keiner weiß so recht warum. Es starben allerdings gut sichtbar einige Fische dabei.

2016-03-11 06.18.17Der Mekong erstreckt sich über 7 Länder und wird dementsprechend auch überall etwas anders genannt. Vietnam ist eins der letzten Länder auf dem Weg zum Meer und er fließt von dort ins südchinesische Meer. Er wird unter Anderem dazu genutzt, Fische in Fischfarmen zu züchten und macht damit einen nicht unbedeutenden Anteil an der Nahrungsmittelversorgung aus.

Mit dem kleinen Boot gelangen wir zu unserem ersten Stop, an dem uns eine Auswahl an Früchten sowie Tee mit Honig serviert wird. Wir können ein wenig entspannen und unter Anderem auch mal ein wenig mit der dort in einem Käfig gehaltenen Schlange Kontakt aufnehmen. Ich war verwundert darüber, wie weich sich so eine Schlange anfühlt, wenn mal sie mal auf den Arm nimmt.

2016-03-11 08.40.35Von dort aus geht es dann weiter mit einem sehr gut motorisierten TukTuk über die kleine Insel zu einem Restaurant bei dem wir unser Mittagessen serviert bekommen und ein paar Krokodile zu sehen bekommen. Es gibt Spring-Rolls mit einem Fisch, der so aussieht als hätte er schon eine Weile rumgestanden. Ich bin etwas vorsichtig aber es ist am Ende doch ganz lecker.

Nach dem Essen geht es noch ein mal mit einem etwas größeren Boot zu einer kleinen “Fabrik” für Kokosnuss-Bonbons. Hier kann man unter anderem sehen, wie diese Bonbons früher und heute hergestellt werten und den Frauen dabei zuschauen, wie sie jeden einzelnen Bonbon per Hand in Reispapier und Papier wickeln. Auch hochprozentigen in einer Flasche mit einer Schlange und einem Skorpion gibt es hier zu kaufen. Dies soll angeblich bei der Potenz helfen. Ich belasse es aber bei einem Foto 😉

Zurück im Hostel bleibt nicht viel mehr zu tun als wieder Sachen zu packen und etwas essen zu gehen um auf den Nachtbus zu warten, den ich nach Dalat gebucht habe. Ich habe gehört, in Dalat soll es viele tolle Dinge zu sehen geben und die Natur soll wunderschön sein. Ich möchte auf meiner Reise mehr Natur sehen als Städte und freue mich schon nach so kurzer Zeit wieder aus der Hektik der Großstadt zu fliehen, die kann ich schließlich auch sehr gut in Berlin haben. Zunächst hatte ich den Bus um 21 Uhr gebucht, um dann festzustellen, dass er “nur” 6 Stunden fährt. Glücklicher Weise konnte ich auf 0 Uhr wechseln, so dass ich nicht um 3 Uhr irgendwo in Dalat auf der Straße stehen musste sondern erst gegen 6 Uhr ankam, kurz bevor das Hostel offiziell öffnet.
2016-03-11 06.20.10Auf diesem Stück der Reise bemerke ich das erste mal, dass 3 Monate eigentlich viel zu wenig Zeit sind, um sich auf so viele Länder wirklich einzulassen. In Kambodscha war ich lediglich 7 Tage und in Vietnam sind 12 geplant. Man setzt sehr klare Prioritäten für sich selbst. Meine sind: Natur vor Städten und Aktivitäten vor Rumliegen am Strand. Ich wünsche mir manchmal, ich könnte eher 6 oder gar 12 Monate reisen, um wirklich etwas mehr von der einheimischen Kultur mitzunehmen. Man ist unter diesem “Zeitdruck” doch ganz schön “touristisch” unterwegs und nimmt sich nicht wirklich die Zeit, mal länger irgendwo zu bleiben, die Sprache etwas zu lernen und die Einheimischen besser kennen zu lernen. Um ins Reisen hinein zu schnuppern sind 3 Monate aber durchaus ein guter Zeitraum und man bekommt einen guten ersten Eindruck in kurzer Zeit.

 

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